8. Psychosomatisches Symposium

»Ich sehe was, was Du (so) nicht siehst« Ich-strukturelle Störungen, Interpersonalität und Multiperspektivität in der (Gruppen-)Psychotherapie

8. Psychosomatisches Symposium

»Ich sehe was, was Du (so) nicht siehst«

Ich-strukturelle Störungen, Interpersonalität und Multiperspektivität in der (Gruppen-)Psychotherapie

Samstag, 16. Juni; 8:45 – 16:00 Uhr

Inhalt

Gegenwärtig finden wir uns in einer komplexer gewordenen gesellschaftlichen Situation vor, in der es zu emotionalisierten Polarisierungen und Nicht-mehr-miteinander-Sprechen von gesellschaftlichen Gruppen gekommen ist. Gewissermaßen im überschaubaren Kleinformat, kommt es in bestimmten Phasen des gruppenpsychotherapeutischen Prozesses in der stationären Psychotherapie zu ähnlichen Phänomenen. Hier gelingt es oft besser, den emotionalen Hintergrund von polarisierenden, spaltenden, radikalisierenden und zu Feindbildern wie auch zu Rückzug führenden psychologischen Prozessen zu verstehen. Kommt es dann im Therapieverlauf zum Entdecken einer akzeptierenden Multiperspektivität, zur Entwicklung von Ambivalenz- und Ambiguitätsfähigkeit, entsteht eine ganz neue Qualität des Miteinanders. Im Mikrokosmos der stationären Psychotherapie vollzieht sich modellhaft ein Prozess, wie ihn unsere Gesellschaft vermehrt in vielen Feldern benötigt.

Dieses gesellschaftliche wie auch individuelle Spannungsfeld greift das Symposium mit seiner Themenstellung auf. Die modernen Weiterentwicklungen der psychodynamischen Psychotherapie – die psychoanalytisch-interaktionelle Methode (PIM), die übertragungsfokussierte Behandlung (TFP) wie auch die mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) mit ihren speziellen Ansätzen und Interventionen – haben sich dabei als besonders hilfreich erwiesen. Sie haben im Bereich der Therapie von Persönlichkeitsstörungen eine gute Effektstärke bewiesen. Sie fördern die Entwicklung von Ich-struktureller Verbesserung, Interaktionskompetenz, Selbstreflexions- und Mentalisierungsfähigkeit. Strukturbezogenes und konfliktbezogenes Vorgehen sind hier in unterschiedlicher Weise integriert und gewichtet. Im Symposium wird das „Prinzip Antwort“ (PIM) im Unterschied zum tradierten „Prinzip Deutung“, die detektivisch-neugierige, respektvolle Haltung des Nichtwissens (MBT) wie auch die aus dem Hier und Jetzt der jeweiligen therapeutischen Situation gewonnene Übertragungsdeutung (TFP) von prominenten Vertretern der Richtungen dargestellt.

Mit der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel hinsichtlich der eigenen Person und Situation, aber auch Anderen gegenüber, öffnet sich gelegentlich noch eine besondere Qualität: Humor . Die Fähigkeit zum Humor als späte Frucht der Entwicklung eines reifen Selbst hat die Philosophie und besonders die Selbstpsychologie beschäftigt und wird den Abschluss des Symposiums bilden.

Das 8. Psychosomatische Symposium hat mit seinem Thema einen klinischen Schwerpunkt, der sich um die grundlegenden therapeutischen Schritte in der Therapie von ich-strukturell beeinträchtigten Patienten zentriert. Dabei werden psychologische Prozesse hervorgehoben, die die menschliche Kommunikation generell prägen. Die Vorträge und Workshops des Symposiums weisen aber zugleich – wohlwissend, dass die psychologische und interpersonelle Perspektive nur eine der wichtigen ist – auf die Notwendigkeit der Entwicklung reiferer Kommunikationsfähigkeit in der Gesellschaft insgesamt hin und Wege zu deren Entwicklung auf.

Seien Sie herzlich eingeladen!

Für das Team der Psychosomatischen Klinik
Hans-Martin Rothe

Programm

Konferenzzentrum über dem Haupteingang

08:45 Uhr
Begrüßung und Einführung ins Thema

09:00 Uhr
Therapie mit Neugier und auf Augenhöhe:

Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) im Einzel- und Gruppensetting
Dr. med. Thomas Bolm, Stuttgart

10:00 Uhr
Die Bearbeitung des inneren Dramas auf der aktuellen Bühne der therapeutischen Beziehung:

Die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) im Einzel- und Gruppensetting.
Dr. Mathias Lohmer, Dr. med. Corinna Wernz, München 

10:45 Uhr
Kaffeepause

11:15 Uhr
Das Ich wird am Du – Therapie im antwortenden Modus:

Psychoanalytisch-interaktionelle Therapie
Prof. Dr. med. Hermann Staats, Potsdam 

12:15 Uhr
Die Entwicklung der Fähigkeit zum Humor

PD Dr. med. habil. Thomas Reuster, Görlitz

12:40 Uhr
Humor ist, wenn man es auch anders sehen kann
Multiperspektivität aus entwicklungspsychologischer Sicht
Dr. med. Hans-Martin Rothe, Görlitz

13:00 Uhr
Mittagspause

Konferenzzentrum über dem Haupteingang und Haus M

14:00 bis 16:00 Uhr
Workshops:

  • MBT in der praktischen Anwendung: Mentalisierung fördern (oder blockieren)
    Dr. med. Thomas Bolm

 

  • Keine Angst vor der Konfrontation: TFP in klinischen Beispielen
    Dr. Mathias Lohmer, Dr. med. Corinna Wernz

 

  • Die Facetten des „antwortenden Modus“ in der psychoanalytisch-interaktionellen Methode: klinische Beispiele
    Prof. Dr. med. Hermann Staats

Referenten

Dr. med. Thomas Bolm – Stuttgart
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Gruppenlehranalytiker
Chefarzt von MentaCare, Zentrum für psychische Gesundheit Stuttgart
Dozent der Arbeitsgemeinschaft für die Anwendung der Psychoanalyse in Gruppen.

Dr. phil. Dipl.-Psych. Mathias Lohmer – München
Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Co-Leiter des TFP-Institutes München
Institut für Psychodynamische Organisationsberatung München (IPOM)
Geschäftsführender Gesellschafter von M19-Manufaktur für Organisationsberatung GmbH.

Dr. med. Corinna Wernz – München
Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytikerin, Lehranalytikerin
Supervisorin und Lehrtherapeutin der BLÄK und der Akademie für Psychoanalyse München
Supervisorin und Dozentin am TFP Institut München

Prof. Dr. med. Hermann Staats – Potsdam
Arzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker, Paar- und Familientherapeut, Lehranalytiker
Professor für psychoanalytisch orientierte Entwicklungspsychologie an der FH Potsdam.
Arbeitsschwerpunkte sind Beziehungen in Gruppen, Paaren und Familien.

PD Dr. med. habil. Thomas Reuster – Görlitz
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Städtischen Klinikums Görlitz
Lehrverantwortlicher für Ethik in der Medizin an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden

Dr. med. Hans-Martin Rothe – Görlitz
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Innere Medizin, Psychoanalytiker, Existenzanalytiker
Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Städtischen Klinikums Görlitz

Anmeldung

Vortragsvormittag, incl. Kaffeepause 40,- €
Vortragsvormittag mit Workshop incl. Kaffeepause u. Pausengetränk 60,- €

Für Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Görlitz ermäßigte Gebühr (25,- €/ 40,- €)

Die Teilnehmergebühr für das “8. Psychosomatische Symposium” bitte bis zum 31.05.2017 auf das Konto bei der:

Deutschen Kreditbank
BIC: BYLADEM1001
IBAN: DE95120300000001239441

mit Angabe Ihres Namens und des Stichwortes “8. Psychosomatisches Symposium” überweisen.

Die Teilnahme an der Fortbildung wird mit acht Fortbildungspunkten bei der Sächsischen Landesärztekammer anerkannt.