Babys kommen wann sie wollen – Nachts im Kreißsaal

von 5. Februar 2020Allgemein

Zeit ist relativ im Kreißsaal. Babys kommen nämlich wann sie wollen. Früh, mittags, abends, nachts und meistens zieht sich so eine Geburt ja auch über einen etwas längeren Zeitraum. Doch auch das ist von Geburt zu Geburt und von Frau zu Frau ganz unterschiedlich.

23 Uhr im Kreißsaal des Klinikums ist die Anspannung also genauso groß wie zu jeder anderen Uhrzeit. Gerade aber ist nichts los. Hebamme Rebekka Miksa nutzt die Pause, um Büroarbeiten zu erledigen. Dann geht sie die Schränke durch, überprüft, ob alle Materialien für die Kreißsäle ausreichend vorhanden sind. Gegebenenfalls füllt sie nach oder bestellt im Lager. Ein bisschen hofft sie, dass es heute einmal eine ruhigere Nacht wird.

Aber diese Hoffnung wird jäh durch das Klingeln an der Kreißsaaltür unterbrochen. Der Rettungsdienst bringt eine Schwangere. Die junge Frau schnauft schon ganz schön, vielleicht hat sie bereits Wehen. Rebekka Miksa nimmt die Daten auf. Wichtige Informationen zum bisherigen Schwangerschaftsverlauf gibt der Mutterpass.

Behutsam kommt sie mit der jungen Frau ins Gespräch. Sie beruhigt sie und fragt, wie es ihr geht und was genau ihre „Beschwerden“ sind. Schließlich könnten die Ursachen auch andere sein, als „normale“ Wehen – eine Blutung etwa oder ein Blasensprung. Als die Hebamme der werdenden Mutter das CTG anlegt, schaut der Chefarzt der Frauenklinik ins Zimmer. Dr. Torsten Nadler begrüßt die junge Frau mit einem aufmunternden Lächeln und wirft einen Blick auf den Monitor. Das CTG misst die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter. „Es zeigt, ob das Herz Ihres Kindes möglicherweise zu schnell oder zu langsam schlägt und wie das Kind auf die Wehen reagiert“, erklärt Dr. Nadler der angespannt wirkenden Schwangeren. Zu der Untersuchung gehört auch das Ertasten des Gebärmutterhalses sowie der Weite und Beschaffenheit des Muttermundes. Und schnell wird klar: Es ist alles in Ordnung, das Baby kann kommen.

Der Rettungsdienst ist schon wieder weg. Die Hebamme hilft der werdenden Mutter beim Umziehen und begleitet sie in einen der drei Kreißsäle. Sie hat sich den roten Raum ausgesucht, denn in diesem steht die große Badewanne. Das warme Wasser läuft schon ein, da klingelt es erneut an der Tür. Der Ehemann ist da. Er hat noch schnell das große Kind zur Oma gebracht, bevor er seiner Frau in den Kreißsaal folgte. Seit Jahren sind immer mehr Männer bei der Geburt dabei. Die meisten sind ihren Frauen tatsächlich eine große Unterstützung, indem sie ihnen den Rücken sanft massieren, etwas zu trinken holen, ihnen Mut zuzusprechen oder einfach nur da sind.

Eine Geburt ist ein intensives und intimes Erlebnis. Die Atmosphäre in den drei Kreißsälen ist ganz entspannt – nicht nur die Farbe (die beiden anderen Kreißsäle sind grün und gelb) wirkt wohnlich. Die Einrichtung ist gemütlich gestaltet. Das Entbindungsbett ist bequem, breit und ergonomisch. Eine Aromalampe unterstützt das Wohlbefinden. Sogar eigene mitgebrachte Musik kann eingelegt werden. Ebenso ist für verschiedene Geburtspositionen gesorgt: neben der Badewanne gibt es einen Gebärhocker, eine Sprossenwand, Seil, Matten und Bälle.

Hebamme Regine Werwoll kümmert sich fürsorglich um eine werdende Mutter.

„Wir möchten, dass es den Entbindenden gut geht und ermöglichen ihnen eine individuelle und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Geburt“, sagt Dr. Torsten Nadler. Dazu gehört auch die Linderung von Schmerzen entweder mit Medikamenten oder alternativen Mitteln wie Akkupunktur oder Homöopathie. Sollte es unter der Geburt zu Schwierigkeiten kommen, sind die Geburtshelfer, Kinderärzte und Narkoseärzte 24 Stunden am Tag in der Klinik verfügbar. Das gesamte Team der Frauenklinik, Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen freuen sich schon sehr auf das Frühjahr 2020. Denn dann werden sie in das neue Frauen-Mutter-Kindzentrum im Städtischen Klinikum Görlitz ziehen. Neben der gesamten Frauenklinik ziehen auch die Kinderklinik, die Klinik für Plastische Chirurgie und das Mammazentrum ein. Die Arbeitsbedingungen für die Teams und die Aufenthaltsbedingungen für Mütter, Frauen und Familien werden dann noch viel besser werden – nicht nur moderner, sondern vor allem werden auch die Wege für alle viel kürzer.

Die Eröffnung ist am 28. März 2020 – dann können Interessierte auch den Tag der offenen Tür nutzen und einen Blick in das tolle Gebäude werfen!

Die werdende Mutti, die Rebekka Miksa in ihrer Schicht heute Nacht aufgenommen hat, wird am Vormittag des Tages einen prächtigen Jungen zur Welt bringen.

Möchten Sie sich den Kreißsaal anschauen? Rufen Sie an unter +49 3581 37-1407.

Katja Pietsch

Autor Katja Pietsch

Ich bin Katja Pietsch. Als Pressesprecherin und Leiterin der Unternehmenskommunikation des Klinikums habe ich schon von Berufs wegen eine Menge mit Kommunikation zu tun. Glücklicherweise ist das aber auch meine Leidenschaft ;-). In meiner Freizeit skate ich gerne um den See.

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