Technik fasten – Stecker ziehen und durchatmen!

von 26. März 2018Allgemein

Ostern ist für viele Christen das Ende der Fastenzeit. Zwischen Karneval und Ostern verzichten viele auf Fleisch, Fisch und Nahrungsmittel mit tierischem Ursprung. Auch ohne Religionszugehörigkeit entdecken immer mehr Menschen das Fasten für sich. Aus gesundheitlichen Gründen trinken sie für eine bestimmte Zeit keinen Alkohol oder lassen die so verlockenden Süßigkeiten weg.

Speziell beim Heilfasten wird auf feste Nahrung und damit auf Säuren, die wir sonst mit dem Essen aufnehmen, verzichtet. Ziel ist es, den Körper zu entgiften, die Organe zu entlasten und das Immunsystem zu stärken1.

Was der Gesundheit ebenfalls sehr zuträglich sein kann, ist hin und wieder mal auf das Smartphone, das Tablet und den PC zu verzichten. Denn die permanente Erreichbarkeit und die Fülle an Informationen via Internet bringen eine satte Portion Stress mit sich.

Früh lassen wir uns vom Handy wecken, beim Frühstück hören wir den Wetterbericht und die neusten Nachrichten im Life-Stream, in der Bahn verschicken wir die ersten Nachrichten, beim Mittag auf Arbeit laden wir schnell ein Foto hoch und als ständiger Begleiter in der Freizeit darf das Smartphone natürlich auch nicht fehlen.Wer dann auch noch abends mit seinem Handy, Tablet oder dem Laptop ins Bett geht merkt schnell, dass die Müdigkeit, die ihn ins Bett getrieben hat, oft nach eins, zwei kurzen Beiträgen und einer letzten Mail verflogen ist. Das blaue Licht, ausgestrahlt von dem Handydisplay oder Tablet wirkt anregend auf uns. Normalerweise schüttet unser Gehirn bei eintretender Dunkelheit das Hormon Melatonin aus und wir werden schläfrig. Blaues Licht der Displays hingegen senkt jedoch wieder die Melatoninkonzentration und wir fühlen uns mitten in der Nacht putzmunter2.

Hinzu kommt, dass uns auch die konsumierten Inhalte nachhaltig beschäftigen und uns nicht zur Ruhe kommen lassen. Damit reduziert sich die Schlafdauer und wir fühlen uns am nächsten Tag erschöpft.

Akos Nagy/Shutterstock.com

Was in so einer Situation helfen kann, ist das so genannte Technik-Fasten bzw. eine digitale Entgiftung („Digital Detox“3). Die Methode ist simpel: Stecker ziehen und offline gehen. Inzwischen gibt es Hotels, die mit entsprechenden Angeboten für professionelles Technik-Fasten werben. Ziel ist es, in sich reinzuhören, sich auf die eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren und mal durchschlafen, um den eigenen Akku wieder aufzuladen.

Teure Kurse oder Funklöcher in entlegenen Ortschaften braucht es meiner Meinung nach dazu nicht. Jeder hat es selbst in der Hand und kann das Technik-Fasten ausprobieren. Damit sich keiner Sorgen macht, sollten Sie Freunde und Familie darüber informieren, dass Sie ein paar Stunden (für Anfänger 😉 ) oder ein paar Tage (für Fortgeschrittene) nicht erreichbar sein werden. Darüber hinaus sollten Sie einen günstigen Zeitpunkt wählen. Leichter wird Ihnen das Technik-Fasten fallen, wenn Sie sich im Urlaub befinden und auf Arbeit nichts Wichtiges ansteht.

Wenn das organisiert und entsprechend vorbereitet ist, haben Sie wertvolle Zeit für sich gewonnen. Nutzen Sie sie für etwas, das Ihnen guttut, für etwas, was Ihnen Spaß macht. Es geht nämlich nicht nur darum, den Stecker zu ziehen, sondern die gewonnene Zeit für sich zu nutzen: für ein gutes Buch, eine Reise oder ungestörte Zeit mit der Familie.

Und wenn Ihnen Ihre Auszeit gut gefallen hat, dann planen Sie die nächste. Ziehen Sie sich immer mal wieder aus dem WWW zurück und gönnen sich etwas digitalen Abstand. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Quelle 1: Brigitte Pregenzer, Brigitte Schmidle, S.7ff. Hildegard von Bingen. Einfach fasten. Tyrolia 2010, ISBN: 978-3-7022-2569-8.
Quelle 2: Thomas Müller. Wenn blaues Licht den Schlaf raubt. Ärzte Zeitung, 02.04.2012.
Quelle 3: Thomas Hummel. Sieben Tipps zur digitalen Entgiftung. Süddeutsche Zeitung, 28. November 2017.

Autor Melanie Freiwerth

Mein Name ist Melanie Freiwerth und als Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation kümmere ich mich um die Veranstaltungen im Haus. Mein Ziel ist es, sowohl unseren Patienten als auch unseren Mitarbeitern den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten. Dafür bin ich immer und überall auf der Suche nach neuen Ideen.

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