Weihnachten zwischen Görlitz und Litauen

von 22. Dezember 2017Allgemein, Mitarbeiter

Das Telefon im Arztzimmer klingelt. Mit einem Lächeln nimmt Egle Povilaityte den Telefonhörer ab. „Nein, meine Kollegin ist noch nicht da. Könnten Sie bitte später anrufen? Ja? Vielen Dank, ja. Auf wieder hören!“. Perfektes Deutsch. Keiner würde auf die Idee kommen, dass die 26-Jährige erst seit einem halben Jahr in Deutschland ist. Egle Povilaityte ist aus Litauen. „Das sind nur 12 Stunden Autofahrt, so schlimm ist das gar nicht.“ Heute fährt sie nach Hause. Es ist Weihnachten und ihre Familie hat sie seit zwei Monaten nicht gesehen.

Egle Povilaityte auf der Station der Hautklinik.

Als Assistenzärztin in Weiterbildung in der Hautklinik im Städtischen Klinikum Görlitz hat sie – wie sie sagt – viel Freude. Denn die Weiterbildung ist anders aufgebaut als in Litauen. Sie könne bereits eher mehr praktische Erfahrungen sammeln. „Ich habe zum Beispiel Lymphknotensonografie gemacht. In Litauen erlernt man das erst viel später, ebenso sammelt man dort auch erst im dritten Jahr OP Erfahrungen.“

Dass sie später im Bereich der Dermatologie tätig sein will, war ihr schon im Studium klar. „Ich mag alles an Medizin, aber Haut am meisten“, sagt sie. Im Klinikum habe sie bessere Chancen etwas Neues zu lernen. Zuvor, an der Uniklinik in Jena, hat es zwar schwerere Fälle und zum Teil teuere Medizintechnik gegeben, aber als eine von elf Assistenzärzten müsse man sich mehr einreihen und hinten anstellen. „Hier sind wir drei Assistenzärzte und können sehr viel lernen.“

Sicher wird sie zuhause viel über ihre Arbeit hier in Deutschland erzählen. Sie freut sich sehr darauf, die Feiertage gemeinsam mit ihrer Familie zu verbringen. Weihnachten in Litauen ist gar nicht so viel anders als in Deutschland. Hat aber noch einen ganz ursprünglichen Charme. „Der größte Unterschied besteht vielleicht im Essen“, sagt Egle Povilaityte und schmunzelt. Heiligabend versammelt sich die ganze Familie zum Essen. Meist werden zwölf verschiedene Speisen zubereitet. Ein besonderes Gericht sind Kekse, die mit Mohnmilch gegessen werden.

Silvester ist die junge Assistenzärztin dann aber schon wieder hier, denn sie hat Dienst. Darüber scheint sie aber nicht sehr traurig zu sein. „Ich mag meinen Beruf sehr“, sagt sie und lächelt.

Wir wünschen Ihr tolle Weihnachten und einen ruhigen Dienst zu Silvester.

Autor Katja Pietsch

Ich bin Katja Pietsch. Als Pressesprecherin und Leiterin der Unternehmenskommunikation des Klinikums habe ich schon von Berufs wegen eine Menge mit Kommunikation zu tun. Glücklicherweise ist das aber auch meine Leidenschaft ;-). In meiner Freizeit skate ich gerne um den See.

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