Jeder Baum steht für ein Leben

Ich habe keine Ahnung woher der Spruch kommt, dass Jede/r in seinem Leben mindestens einmal einen Baum gepflanzt haben soll. Um Bäume und Menschen ranken sich Legenden. Schon Martin Luther wird nachgesagt, dass er Bäume verehrte. Ihm wird der Ausspruch zugeschrieben: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Dass er diesen Satz sagte, ist allerdings nicht belegt und es gibt durchaus Kritiker und Luther-Forscher, die glaubhaft anzweifeln, dass er irgendetwas mit dem großen Reformator zu tun hat (z.B. Martin Schloemann).

Bäume stehen für Leben, Kraft, Macht, Ehrfurcht, Wachstum, Schutz, Alter, Jugend, Frucht, Dauerhaftigkeit. Pflanzt ein Mensch einen Baum, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Baum ihn überlebt. Der Baum bleibt, wächst und schenkt dem Rest der Welt eine Erinnerung an den, der ihn pflanzte.

Genau dieser Gedanke steht auch hinter dem „Park des Hoffens, des Erinnerns und des Dankens“ in Halle. Dieser deutschlandweit einzigartige Ort wurde 2008 angelegt, um die Organspende stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Auf einer Fläche von ca. 30.000 Quadratmetern werden Bäume gepflanzt. Jeder einzelne Baum ist Symbol des Dankes und der Würdigung des Organspenders und seiner Angehörigen.

Auch das Klinikum hat dort jetzt einen Baum gepflanzt. Einen Spitzahorn. Grund ist das Engagement in der Organspende, für welches es am 1.Juni dieses Jahres von der Deutschen Stiftung Organtransplantation als eines von drei Krankenhäusern Sachsens, Thüringens und Sachsen-Anhalts ausgezeichnet wurden. Die transplantationsbeauftragten Pflegekräfte Manuela Zimmer und Cornelia Dutschmann waren in Halle.

    

„Dieser Ort hat eine besondere Ausstrahlung. Es ist sehr bewegend gewesen, diesen Baum als Zeichen der Erinnerung und des Dankes zu setzen“, sagt Manuela Zimmer, die den Schmerz aber auch den Stolz der Angehörigen von Organspendern sehr gut kennt. Oft sind es die Angehörigen, die in einer für sie sehr schmerzhaften Situation eine zügige Entscheidung über den weiteren Behandlungsverlauf oder eine Organspende treffen müssen. Diese Gespräche sind nie einfach. „Trotzdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Angehörigen im Anschluss mit einem guten Gefühl gehen, diese Entscheidung getroffen zu haben.“ Nicht wenige kommen später noch einmal und bedanken sich bei den Mitarbeitern.

Nun hat auch das Klinikum ein Zeichen des Dankes gesetzt. Ein Baum, der hoffentlich prächtig gedeiht und lange an die anonymen Spender und ihre Angehörigen erinnert. Ein Baum der in einem Park steht, der einerseits zum Innehalten aufruft, aber andererseits auch aufrütteln will, denn jährlich sind deutschlandweit immer weniger Menschen zu einer Organspende bereit und das muss sich ändern!

https://www.dso.de/
http://www.organspende-foerderung.de/der-park-des-dankens

Autor Katja Pietsch

Ich bin Katja Pietsch. Als Pressesprecherin und Leiterin der Unternehmenskommunikation des Klinikums habe ich schon von Berufs wegen eine Menge mit Kommunikation zu tun. Glücklicherweise ist das aber auch meine Leidenschaft ;-). In meiner Freizeit skate ich gerne um den See.

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