ZSVA? Qualitätsüberprüfung in der Sterilgutversorgung

Im Rahmen der Zertifizierung unseres Klinikums nach DIN 9001-2015 war Anfang Mai wieder eine Prüferin bei uns im Klinikum. Sie untersucht in den verschiedensten Bereichen, unter anderem in unserer ZSVA, die Zertifizierungsauflagen. Soviel noch vorab – das Überwachungsaudit war erfolgreich, wir haben bestanden.

Ich habe unser Qualitätsmanagement und die Expertin bei ihren Besuchen in einigen Abteilungen begleitet und die Überprüfung mit Fotos dokumentiert.
An einem Nachmittag stand der Termin in der ZSVA  an. Moment, ZSVA?

ZSVA ist die Abkürzung für Zentrale Sterilgut-Versorgungsabteilung. Hier kümmern sich Mitarbeiter um die Aufbereitung von kontaminierten (verschmutzten) Medizingeräten (OP-Instrumente u.ä.), um diese für eine sterile Anwendung am Patienten bereit zu stellen. Sie befindet sich im Untergeschoß des Klinikums. Nach dem Besuch bin ich davon überzeugt, dass die Wenigsten wissen, welche Arbeit hier geleistet wird.

Die Kanzel ist der Arbeitsplatz von Mario Hahn. Hier erklärt er die Abläufe auf der unreinen Seite der ZSVA.

Die ZSVA versorgt vor allem die Operations-Abteilungen, aber auch alle anderen Stellen in unserem Haus mit sterilen Geräten (keimfreie Arbeitsmaterialien). Das sind alle Instrumente und ähnliche Gegenstände aus den OP-Sälen, Abteilungen und Stationen, die steril sein müssen.

Der Termin begann in der Schleuse zur ZSVA. Hier zogen wir Kittel, Überzieher für die Schuhe und eine Haube an – schon das hatte ich nicht wirklich erwartet. Der Leiter der ZSVA, Mario Hahn, hatte einen Rundgang durch die Abteilung vorbereitet. Da hier absolut rein/sauber gearbeitet wird, war das Umziehen für uns Besucher Pflicht.

Beladener Waschgutträger vor der Reinigung. Auf den einzelnen Sieben liegen die zu reinigenden Instrumente. Der Waschgutträger (oberer Teil) wird dann in den Reinigungs und Desinfektionsautomaten geschoben.

Gleich zu Beginn erhielten wir einen Überblick zu den Arbeitsbereichen in der ZSVA. So bereiten auf der einen Seite die Mitarbeiter das verschmutzte Instrumentarium für die Reinigung und Desinfektion vor. Nach der Aufbereitung nehmen Mitarbeiter die sauberen und desinfizierten Geräte aus den „Reinigungs-und Desinfektionsautomaten (RDG)“. Anschließend wird es gesichtet, geprüft, gepflegt, dann verpackt und für die Sterilisation vorbereitet.

Ein Mitarbeiter der ZSVA behandelt ein Instrument mit Wasserdampf vor. Damit sollen Verschmutzungen, z.B. in Gelenken, gelöst werden, bevor die Geräte in den Reinigungs- und Desinfektionsautomaten (RDG) gereinigt werden.

 

Container um Container, Kiste um Kiste, Sieb um Sieb mit benutztem OP-Instrumentarium und ähnlichen Gegenständen werden im unreinen Bereich ausgepackt und für die RDGs vorbereitet. Teilweise wird mit Wasserdampf und Ultraschall vorbehandelt um Verschmutzungen in Gelenken (z.B. bei einer Schere) oder um Schrauben  zu lösen. Pro Tag nehmen die Kolleginnen und Kollegen bis zu 6000 (!) Instrumente aus dem OP-Bereich in die Hand. Das macht rund 100 Siebe mit durchschnittlich 60 Teilen. Dazu kommen dann noch Aufträge von den Stationen oder externen Kunden.

Mario Hahn war bestens auf das Audit vorbereitet. Auf alle Fragen der Auditorin hatte er eine Antwort oder konnte sagen, wo man die entsprechenden Informationen dazu findet. Wie sind die Mitarbeiter ausgebildet? Wer hat welche Qualifikationen. Wo steht, was wie und unter welchen Qualitätsaspekten bearbeitet werden muss?

Der Leiter der ZSVA, Mario Hahn, beantwortet die Fragen der Auditorin, Frau Dr. Euteneuer (2.v.l.), zur Arbeit in der ZSVA.

Abseits des Audits gingen unterdessen drei Kolleginnen und Kollegen ihren verantwortungsvollen Tagesaufgaben nach. Mich hat die Vielzahl der verschiedenen Instrumente beinahe sprachlos gemacht. Scheren, Pinzetten und Skalpelle sind nur die klassischen Instrumente mit denen in der ZSVA gearbeitet wird. Die Mitarbeiter der ZSVA kennen (fast) alle Geräte. Das erfordert viel Engangement und ständige Weiterbildungen. Die Instrumente unterliegen in der Aufbereitung strengen Richtlinien und die Arbeit mit jedem Instrument wird penibel dokumentiert. Vom Eingang auf der unreinen Seite bis zum Ausgang, wenn die Wagen zurück in den OP-Bereich oder andere Abteilungen transportiert werden. Der logistische Aufwand der hier betrieben wird ist enorm. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der ZSVA behalten trotzdem zu jedem Zeitpunkt den Überblick! Auch dafür sorgen das Qualitätsmanagement und die strengen Vorgaben.

Jedes Teil hat eine eigene Nummer die elektronisch erfasst ist. So ist der Zustand jederzeit prüfbar.

Gereinigte und verpackte Geräte werden vor der Sterilisation verschweißt und etikettiert.

Dabei wird in der ZSVA unter einem gewissen Zeitdruck gearbeitet. Schließlich müssen die Container mit den Materialien entsprechend den Anforderungen für die Operationen fertiggestellt werden. Die unterliegen einem OP-Plan und den möchte niemand ins Stocken bringen. Sind die Instrumente für eine OP nicht aufbereitet, kann die Operation nicht stattfinden. Das macht die ZSVA zu einer wichtigen Schaltstelle im Klinikumsbetrieb.

Das Sterilgutlager auf der Ausgabeseite des Sterilisators. Die Instrumentencontainer auf den Wagen sind frisch sterilisiert und bereit für den Einsatz im OP.

 

Lagerregale im Sterilgutlager für die Lagerung der sterilen Container und Sets. Diese werden für die Operationen vom OP geordert. Die Anzahl der Siebe liegt im dreistelligen Bereich.

Diese Arbeiten wiederholen sich jeden Tag. Die Arbeitszeiten in der ZSVA liegen zwischen 7 und 24 Uhr. Da kommt also eine ganze Menge an Materialien zusammen.

Mir hat der kleine Rundgang hier unten sehr gut gefallen. Es war ein seltener Einblick in die Arbeitswelt von Kolleginnen und Kollegen, die man als Mitarbeiter oder Patient nur schwer einschätzen kann. Trotzdem ist sie für die täglichen Abläufe in einem Krankenhaus enorm wichtig, weil ohne sie einiges ins Stocken geraten würde.

Wenn sich Ihnen die Gelegenheit eines Rundgangs oder einer Führung durch einen solchen Bereich bietet, kann ich es nur empfehlen!

Autor Felix Kurtze

Ich bin Felix Kurtze. Die Stabsstelle Unternehmenskommunikation und Medien am Städtischen Klinikum Görlitz ist eine kleine Abteilung. Unsere Arbeit ist sehr abwechslungsreich und wir wachsen an und mit den täglichen Herausforderungen der Presse- und Medienarbeit.

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