Dr. Roland Goertchen – Eine Begegnung mit dem malenden Pathologen

„Gemalt habe ich schon immer“ erzählt mir Dr. Goertchen in unserem Interview, kurz vor der neuen Ausstellungseröffnung im Klinikum. Schon als Kind mochte er das Malen. Das Besondere ist jedoch, er hat nie, wie so viele andere, mit dem Malen aufgehört. Auch nach seiner Kindheit nicht. Während seines Medizinstudiums in Rostock traf er auf gleichgesinnte Künstler, mit denen er gemeinsam Malkurse belegte und so sein Talent weiter entwickelte. „In dieser Zeit standen großflächige anatomische Zeichnungen oder Karikaturen der lehrenden Professoren im Mittelpunkt“ erinnert sich Dr. Goertchen, mit einem Lächeln im Gesicht.

Als Dr. Goertchen 1982 die Leitung der Pathologie am Städtischen Klinikum Görlitz übernahm und sieben Jahre später Medizinischer Direktor am Klinikum wird, bleibt ihm nur noch wenig Zeit für sein künstlerisches Hobby. Berufliche Themen standen im Vordergrund und trotzdem gab er das Malen nicht auf. Immer mal wieder nahm er den Pinsel in die Hand.

Seit 2005 genießt der versierte Pathologe seinen Ruhestand. „Heute male ich fast jeden Tag – auch mal eine Woche nicht aber dann geht es weiter“ verrät mir Dr. Goertchen. Nur wenn er die Urlaubsvertretung für Dr. Norbert Grunow, Chefarzt am Institut für Pathologie am Klinikum Görlitz macht, reicht die Zeit nicht.

Letzte Woche war Dr. Goertchen des Öfteren im Klinikum unterwegs. Dabei ging es weniger um berufliche Dinge, auch wenn er viele Kollegen von früher traf. Vielmehr half er, die neue Kunstausstellung „Momente“ in der Magistrale vorzubereiten.

Seit über zehn Jahren besucht Dr. Goertchen den Ölmalkurs an der Volkshochschule Görlitz. Er und ein „harter Kern“ von weiteren 18 Kursteilnehmern wollen zeigen, wie man mit einfachen, aber kreativen Mitteln neue Sichtweisen auf das Leben ermöglichen kann. Dazu präsentieren sie im Mai, Juni und Juli 37 vielseitige Bilder im Hauptgang des Klinikums.

(Mädchen am Wasser von Martina Ehlers)

(Grand Canyon von Beate Naumann)

(Viadukt von Gisela Langner)

Zwei der ausgestellten Werke stammen von Dr. Roland Goertchen. „Februar“ und „Mai“, die einzigen beiden Acrylbilder der Ausstellung, hängen im hinteren Bereich der Magistrale und faszinierten am 4. Mai viele Besucher der Ausstellungseröffnung.

(Dr. Goertchen im Gespräch mit Udo Mätzig, Kursleiter an der VHS Görlitz.)

(Ausstellungseröffnung mit musikalischer Begleitung von JUA – LiedGutMacher)

Ich bitte Dr. Goertchen um ein Foto vor seinem Bild. Der bescheidene Pathologe legt keinen Wert darauf, vor seinem Werk zu posieren. Er verrät mir, „dass er den ganzen Trubel nicht braucht“ und verlässt ein wenig später zufrieden die Vernissage. Beeindruckt von der Mischung aus Kompetenz, Talent und sympathischer Bescheidenheit lasse ich ihn gehen und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.

Zu bewundern sind Dr. Goertchens und alle anderen Bilder bis Ende Juli in der Magistrale des Klinikums.

Früh beim Arzt
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Autor Melanie Freiwerth

Mein Name ist Melanie Freiwerth und als Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation kümmere ich mich um die Veranstaltungen im Haus. Mein Ziel ist es, sowohl unseren Patienten als auch unseren Mitarbeitern den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten. Dafür bin ich immer und überall auf der Suche nach neuen Ideen.

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