Kalte Dusche

von 31. Januar 2017Allgemein, Mitarbeiter

Meine Oma duscht jeden Morgen kalt. Jeden (!) Morgen (!) kalt (!). Und genau deshalb hatte meine Oma in ihren 90 Lebensjahren auch noch nie eine Grippe. Davon ist sie fest überzeugt.

Ich vermag die positive Wirkung der eiskalten Dusche auf eine mögliche Erkältung oder Grippeerkrankung nicht einzuschätzen. Ich will das auch gar nicht testen und freue mich, dass mein Oma offenbar ein hervorragendes Immunsystem hat. Nur lasse ich mich lieber pieksen.

Sicher – für manche ist eine Grippeschutzimpfung in Punkto Wirkung und Beliebtheit mit einer kalten Dusche gleichzusetzen, aber auch wenn sie keinen 100prozentigen Schutz bietet, kann sie durchaus eine Ansteckung oder einen schweren Verlauf verhindern. Wenn der Impfstoff so gut zusammengesetzt ist, dass er die in der Saison hauptsächlich auftretenden Virusstämme trifft, minimiert sich das Risiko, an einer Influenza zu erkranken. Bei jungen Erwachsenen kann die Schutzwirkung bis zu 80 Prozent betragen, bei älteren Erwachsenen immerhin ca. 50.

Eine echte Grippe setzt einen arg außer Gefecht. Sie kommt – im Gegensatz zu einer normalen Erkältung – meist urplötzlich mit hohem Fieber bis zu 41 Grad, Frösteln und Schweißausbrüchen, Halsschmerzen, trockenem Husten, heftigen Kopf- und Gliederschmerzen und starker Abgeschlagenheit, die bis zu 3 Wochen anhalten kann.

Da besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippeverlauf haben, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) für diese Risikogruppen die Schutzimpfung. Ebenso sollten sich alle Personen impfen lassen, die viel Kontakt zu diesen Risikogruppen haben: insbesondere zum Beispiel medizinisches und Pflegepersonal, denn sie schützen nicht nur sich selbst, sondern gleichzeitig die ihnen anvertrauten Patienten.

Vorbildlich: Der Medizinische Direktor bei der Grippeschutzimpfung.

Die Mitarbeiter im Klinikum Görlitz können sich alle gegen Grippe bei unserer engagierten Betriebsärztin impfen lassen. Es macht auch jetzt noch Sinn, auch wenn der beste Zeitpunkt im Oktober/November – also vor Beginn der Grippewelle – ist. Etwa 10 bis 14 Tage nach der Impfung hat der Körper dann einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut. Doch da gibt es durchaus Potenzial – nicht nur in unserem Klinikum. In Deutschland sind die Impfquoten unzureichend – (bei den Senioren lag sie laut RKI z.B. im Winter 2014/2015 bei 36,7%). In der Saison 2015/2016 waren 4,1 Millionen Deutsche wegen grippalen Symptomen beim Arzt. Etwa 16.000 mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Eine Impfung kann vor solch schweren Verläufen schützen. Und da der aktuelle Impfstoff gut auf den derzeit grassierenden Virus passt (Subtyp HA3N2), ist die Chance, durch den Pieks eine Ansteckung zu verhindern, ganz gut, sagen die Experten.

Meine Oma wird aber lieber weiterhin kalt duschen. Ich hoffe sehr, dass sie das noch viele Jahre machen kann. Vielleicht ist die kalte Dusche auch ihr Geheimrezept fürs Alter… Ich weiß es nicht. Ich wünsch es ihr.

 

 

 

Autor Katja Pietsch

Ich bin Katja Pietsch. Als Pressesprecherin und Leiterin der Unternehmenskommunikation des Klinikums habe ich schon von Berufs wegen eine Menge mit Kommunikation zu tun. Glücklicherweise ist das aber auch meine Leidenschaft ;-). In meiner Freizeit skate ich gerne um den See.

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