Krankheiten machen keine Feiertage

Jeder, der es schafft, dem konsumgenährten Weihnachtsstress zu entrinnen, der mittlerweile mit gefüllten Pfefferkuchenregalen schon im Oktober (Herbst!) beginnt, der kann sich glücklich schätzen. Denn ihm gelingt es ganz bestimmt, sich eine Insel voller Ruhe und Besinnlichkeit zu schaffen – völlig losgelöst von dem, was draußen tönt, schrillt, klingt und glitzert. Weihnachten ist jedes Jahr. Und jedes Jahr sind Menschen damit beschäftigt, Straßenzüge, Fenster, Stuben, Höfe und Geschäfte zu verwandeln. Es leuchten Lichterketten und Schwibbögen und in den Geschäften dudelt extra in dieser Zeit ein „Weihnachtssender“ vor sich hin.

Weihnachten ist eine unwirkliche Situation, denn alle haben zum Jahresende hin so viel zu tun wie nie – Abschlüsse, Inventuren, Budgetpläne, Jahrespläne … und dabei soll es eigentlich eine Zeit der Besinnlichkeit, Ruhe und Einkehr sein.

Noch unwirklicher erscheint Weihnachten im Krankenhaus, denn während sich die Menschen auf ein gemütliches Fest vorbereiten, unter geschmücktem Baum sitzen, Festtagsbraten essen und ihre Familie und Freunde um sich haben, läuft der Arbeitsalltag im Krankenhaus weiter wie gewohnt. Krankheiten, Unfälle und Geburten machen nun mal keine Feiertage. Es ist für alle eine besondere Situation: Patienten und Mitarbeiter verbringen das Fest miteinander, obwohl sie das unter normalen Umständen nicht tun würden. Ärzte und Pflegekräfte sind besonders gefordert, denn mehr noch als sonst spielen Emotionen, das Bedürfnis nach Nähe und persönlichem Kontakt eine Rolle.

Und auch für die Mitarbeiter ist der Spagat zwischen hoher beruflicher Belastung und dem Wunsch, Muße für das Weihnachtsfest zu finden, nicht immer leicht. Unsere Mitarbeiter kümmern sich an Feiertagen und auch zu Silvester um unsere Patienten. Zwar können sie im Gegensatz zu den Patienten nach ihrer Schicht nach Hause gehen, doch oft macht der Dienstplan einer gemeinsamen klassischen Familienfeier einen Strich durch die Rechnung. Es ist ohnehin oft schon eine Herausforderung, Familienleben und Dienstalltag unter einen Hut zu bekommen. An Feiertagen ist es ungleich schwerer. Deshalb geht an dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die auch zum Weihnachtsfest in den Kliniken, Stationen und anderen Bereichen ihren Dienst leisten. Und wo ich schon einmal dabei bin – natürlich auch an alle anderen Berufsgruppen, die an den Feiertagen arbeiten müssen!

Für die Patienten, die über die Feiertage auf Station bleiben müssen, ist es eine besonders schwierige und auch traurige Situation. Gut ist es dann, wenn die Familie in dieser Zeit öfter zu Besuch kommt. Wenn schon Erwachsene über ihren Aufenthalt in der Klinik zu Weihnachten traurig sind – wie mag es dann wohl Kindern gehen? Ärzte und Pflegekräfte müssen hier ganz besonders liebe- und rücksichtsvoll handeln, um für alle das Beste aus der Situation zu machen.

Das Klinikum lässt sich jedes Jahr viele Aktionen einfallen, um Patienten und Mitarbeitern die Advents- und Weihnachtstage angenehmer zu gestalten. In den einzelnen Kliniken, Gebäuden, draußen sowie drinnen sorgt dezente, geschmackvolle Dekoration für besinnliche Stimmung. Weihnachtsbäume werden aufgestellt und es gibt eine Veranstaltungsreihe „Advent auf den Stationen“, bei der an mehreren Tagen im Dezember auf verschiedenen Stationen Weihnachtsmusik gespielt wird.

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Das Görlitzer Weihnachtshaus beschert unserem Klinikum bereits zum zweiten Mal rote Herrnhuter Sterne – für vier Kliniken. Inhaberin Beate Freudenberg möchte den Patienten damit in der hektischen und betriebsamen Vorweihnachtszeit Zuversicht geben. Insgesamt acht Kliniken hat sie schon beschenkt und sie möchte auch im nächsten und übernächsten Jahr weitermachen, so dass am Ende alle unserer 16 Kliniken einen Stern haben.

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In unserer Magistrale steht ein Weihnachtskalender zum Mitmachen. Er enthält Rätsel rund um unsere wunderschöne Stadt Görlitz. In diesem Jahr haben wir zudem einen Weihnachts-Malwettbewerb für Kinder ausgerufen “Male etwas für den Weihnachtsmann” – Im Januar gibt es Geschenke für die schönsten Bilder und bestimmt auch eine kleine Ausstellung, denn wir haben bereits wunderschöne Bilder erhalten:

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Immer am 6. Dezember, am Nikolaus, öffnen wir schon traditionell für Patienten, Mitarbeiter und Bürger unser „Adventstürchen“ mit einem Weihnachtsprogramm der besonderen Art. So wie auch in diesem Jahr. Viele kleine Gäste kamen, um sich das Puppenspiel „Die Froschkönigin“ anzuschauen, sich mit dem Nikolaus fotografieren zu lassen, Weihnachtskugeln zu basten, zu naschen und sich schminken zu lassen. Wir freuen uns sehr, denn wir erhalten immer viel positives Feedback – den Görlitzern gefällt unser Türchen sehr:

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Zur weihnachtlichen Stimmung gehört nicht nur Dekoration und auch wenn das Krankenhausessen kulinarisch nicht mit dem Festtagsessen von zu Hause mithalten kann – allein schon, weil man nicht zu hause ist – versuchen unsere Mitarbeiter des Caterings und der Patientenversorgung, Patienten und Mitarbeitern die Zeit mit besonderen Köstlichkeiten zu versüßen.

Unsere Krankenhausseelsorger haben ebenfalls einen großen Anteil daran, dass die Feiertage im Klinikum eine gute Zeit sein können – mit einem Weihnachtsgottesdienst am 24.12. in der Kapelle, mit Besuchen auf den Stationen und gemeinsamem Singen versuchen sie, der Einsamkeit entgegenzuwirken und so ein wenig Licht und Freude zu schenken. Die Kapelle – weihnachtlich geschmückt – ist immer offen.

Weihnachten im Krankenhaus ist eine besondere Zeit, mit einer besonderen Stimmung. Trotz des Arbeitsalltags ist alles irgendwie anders.

Wir wünschen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen anderen eine schöne Adventszeit und richtig schöne Feiertage!

 

Autor Katja Pietsch

Ich bin Katja Pietsch. Als Pressesprecherin und Leiterin der Unternehmenskommunikation des Klinikums habe ich schon von Berufs wegen eine Menge mit Kommunikation zu tun. Glücklicherweise ist das aber auch meine Leidenschaft ;-). In meiner Freizeit skate ich gerne um den See.

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