„Heilkunst“ und „heilende Kunst“ im Klinikum Görlitz

Die Heilkunst, heute bekannter unter dem Begriff Medizin,  ist laut Duden: „die ärztliche Kunst mit dem Ziel der erfolgreichen Bekämpfung von Krankheiten“.  Schon das Wort Heilkunst selbst zeigt, dass Medizin und Kunst viel miteinander zu tun haben.  Im Klinikum Görlitz sorgen Ärzte und Pflegekräfte mit medizinischen und pflegerischen Können für eine möglichst schnelle Genesung der Patienten. Zunehmend wird jedoch die  klassische Schulmedizin  durch verschiedenste Therapieformen ergänzt und bereichert. Künstlerisches Tun im Rahmen der Kunsttherapie erfährt beispielsweise seit vielen Jahren an Zuspruch und Anerkennung.

So berichtet Frau Gabriele Dreßler, Kunsttherapeutin in der Klinik für Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin von Patienten,  die über die Kunsttherapie eine Möglichkeit gefunden haben, ohne Worte zu kommunizieren und das auszudrücken was sie bewegt. Wenn Worte nicht ausreichen, um Bedürfnisse zu artikulieren, helfen kreative Mittel wie Farben, Pinsel und Papier, um Wünsche beziehungsweise Gefühle sichtbar zu machen. (1)

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Durch das Erstellen von Bilder und Skulpturen bekommen Patienten die Möglichkeit, ihre  Erfahrungen, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Bewusste und unbewusste Erinnerungen oder Konflikte kann der Patient durch den künstlerischen Prozess wahrnehmen, identifizieren und kommunizieren. Kunsttherapie kann dem Patienten helfen, sich selbst besser zu verstehen.

Patienten nutzen die Kunsttherapie aber auch als Experimentierfeld für Neues und bisher nie Gewagtes. So können beispielsweise Bilder übermalt und immer aufs Neue verändert werden. Auf diesem Weg wird dem Patienten gezeigt, wie auch neue Entwürfe für das persönliche Leben entwickelt werden können. (2)

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Damit die Kunsttherapie erfolgreich ist, braucht der Patient keine künstlerische Begabung. Wichtig ist nur, dass er sich auf ein lebendiges kreatives Spiel mit den daraus entstehenden Möglichkeiten einlässt.

Aber nicht nur künstlerisches Tun trägt zur Genesung bei.  Das Betrachten von Bildern und Kunstwerken regt zum Nachdenken an und lenkt damit von den eigenen Sorgen und Schmerzen ab. Das steigert das Wohlbefinden der Patienten und so wird Kunst zu Medizin.

Schon seit über 12 Jahren präsentieren wir in der Magistrale des Klinikums Bilder von Kindern und Erwachsenen, Hobbymalern und manchmal auch von richtigen Profis. Der Hauptgang des Klinikums ist als Ausstellungsort so beliebt, dass wir über 2 Jahre im Vorfeld ausgebucht sind. Aber nicht nur bei den Künstlern sind die aller drei Monate wechselnden Ausstellungen beliebt. Auch unsere Patienten wagen gern den einen oder anderen Spaziergang, während ihres Aufenthaltes, durch den künstlerisch gestalteten Bereich.

Bei der gestrigen Ausstellungseröffnung am 8. November habe ich einige Damen und Herren von Station entdeckt, die schon ganz neugierig auf die neuen Bilder von Sylvia Wolff waren. Die neue Ausstellung der Berliner Künstlerin mit dem Titel: „Dein Herz, mein Segel“ zeigt farbenfrohe Gemälde von Engeln, die zwischen Himmel und Erde ihre Flügel schwingen, um den Menschen zu helfen.

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Und so hoffe ich, dass sich viele unserer Patienten aber auch unsere Mitarbeiter auf dem Weg zur Station oder ins Büro ein wenig ablenken und sich von den farbenfrohen Bildern inspirieren lassen.

 

Hintergründe und weitere Informationen zum Thema Kunsttherapie finden Sie hier:
1 Reis, Olaf, (Hrsg.). (2014). KindKunst & Krankheit, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin, S. 4-12
2 http://www.kunsttherapie-berlin.de/hochschule/das-kolleg-in-der-kunsthochschule.html, 25.09.16

Melanie Freiwerth

Autor Melanie Freiwerth

Mein Name ist Melanie Freiwerth und als Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation kümmere ich mich um die Veranstaltungen im Haus. Mein Ziel ist es, sowohl unseren Patienten als auch unseren Mitarbeitern den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten. Dafür bin ich immer und überall auf der Suche nach neuen Ideen.

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