Kosmetik für die Seele – DKMS Seminar für Krebspatientinnen

von 22. September 2016Allgemein

Wow…wie die alle strahlen! Und wie sie lachen. Sie schauen immer wieder in die kleinen Spiegel vor ihnen auf dem Tisch. Ihre Augen glänzen und auf ihren Lippen finden sich sanfte, aber bei einigen auch kräftige Farben. Sie nehmen Tücher in die Hände und beobachten, wie sie diese gekonnt mit einfachen Griffen um ihre Köpfe binden können. Jetzt noch ein Hut drüber oder eine Mütze, je nach Laune und Wetterlage. Und ein paar große Ohrringe passen auch dazu. Ich bin begeistert!

Noch vor zwei Stunden kamen in den Raum Frauen mit ernsteren, traurigeren Gesichtern. Fragezeichen der Erwartung hingen in der Luft.

Diese Frauen haben sich alle verändert, zumindest äußerlich, seit sie wissen, dass sie Krebs haben. Sie sind unterschiedlich weit in ihren Therapien, mussten operiert werden und brauch(t)en eine Chemotherapie, manche müssen noch bestrahlt werden, einige noch weiter sogenannte Anti-Hormontabletten nehmen. Bei allen haben die Therapien, vor allem aber die schreckliche Chemotherapie, Spuren hinterlassen: die Haut wird fahl, die Haare fallen aus (nicht nur die auf dem Kopf, auch die Wimpern und die Augenbrauen). Die Ausstrahlung verändert sich total. Die Medikamente machen die Frauen kraftlos und müde, Übelkeit und Durchfall kommen und gehen, die Hände und Füße kribbeln – manchmal scheint kein Gefühl mehr in ihnen drin zu sein – , die Beine und Arme schwellen an, der Rücken schmerzt, jede Bewegung tut weh, jede Aufgabe scheint nur mit großer Mühe zu bewältigen.

Und dann ist da noch diese Angst. Angst vor der Zukunft. Angst für sich selbst – schaffe ich das? Aber auch Angst um die Familie – Kommen meine Kinder, mein Mann, meine Eltern zurecht, wenn ich nicht so kann wie immer?

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Helga Micklich stellt die Produkte vor.

 

Diese Krankheit zeichnet so sehr. Lachen kann die hässlichen Abdrücke etwas verwischen. Und es gibt auch noch so kleine nützliche Hilfsmittel, wie z. B. die in den Kosmetiktaschen von DKMS life. „look good, feel better“ steht da drauf. Und dieser Slogan ist so wahr. Wenn wir gut aussehen, uns schön fühlen, dann geht es uns auch besser. Das ist immer so. Dazu braucht es keine Erkrankung, keinen Krebs. Aber dann eben erst recht. Dann sind Oasen vom Klinikalltag, von den Therapien und den Sorgen ganz wichtig. Und genau aus so einer Energietankstelle sehe ich die Frauen nach zwei Stunden DKMS life-Kosmetikseminar in unserem Klinikum nun gehen. Die Kosmetikerin war selbst eine Betroffene, spricht aus eigener Erfahrung. Sie ist so ansteckend herzlich und einfach nur positiv.

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Und jetzt alle gemeinsam! 🙂

 

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Von Cremes bis Puder ist ganz viel dabei.

 

Ein bisschen Stolz macht sich in meinem Herzen breit, ein solches schönes Erlebnis für unsere Frauen anbieten zu können. Und ich finde toll, dass auch die Vorbereitung von Patientinnenveranstaltungen zu meinem Job gehört, Ansprechpartner sein zu können, Vermittler bei Fragen, Übersetzer von Medizinerlatein. Morgen heißt es aber auch wieder dokumentieren, Termine organisieren, Befundbriefe schreiben und die nächste Tumorkonferenz vorbereiten.

Herzlichst, Ihre Manuela Böttcher

Autor Manuela Böttcher

.Mein Name ist Manuela Böttcher. Ich bin seit 2003 Koordinatorin des Mammazentrums Ostsachsen am Klinikum. In meiner Freizeit treibe ich gern mit Kindern und Erwachsenen Sport und entspanne mit Yoga.

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